Feuer der Schöpferkraft

Jahreskreisfest Beltane: Tanz ums Feuer für die Fruchtbarkeit

Im Jahreskreis begegnet uns 1. Mai das Fest Beltane. Bei den Kelten und Germanen waren das berauschende Feierlichkeiten der Sinnlichkeit, Sexualität und Lebenskraft. Gefeiert wurde die „heilige Hochzeit“ zwischen der großen Göttin und ihrem gehörnten Gott, dem „Herr des Waldes“. Durch diese innige Vereinigung der weiblichen Schöpferkraft mit der männlichen Schöpferkraft wurde Fruchtbarkeit auf die Erde und Leben in alle Geschöpfe gebracht. Die rote Liebegöttin ließ sodann die Pflanzen wachsen und reifen bis ihre Energie zur Sommersonnwende auf dem Höhepunkt ankam.

Die Menschen sprangen durchs Feuer, tanzen und feierten damals gemeinsam, um den Beginn des Sommers, die helle Jahreszeit, zu begrüßen. Es war auch eine Zeit der freien, ungebundenen Liebe in den Wäldern und auf den Feldern, der ungezügelten Lust, ohne Scham und Schande – gewidmet den Göttinnen und Göttern der Fruchtbarkeit.

Was ist aus dieser Tradition geworden?

Der Kirche war diese freizügige Sexualität und Nacktheit natürlich ein Dorn im Auge. Sie konnte das Fest nicht in den eigenen Jahreskreis integrieren und die Rituale wurden unterdrückt und bekämpft. Jedoch eines ist bis heute geblieben: der traditionelle Maibaum, der jedes Jahr aufgestellt wird. Ein geschälter Birken- oder Fichtenstamm, der als Phallussymbol oben einen bunten Blumenkranz durchstößt. Hier finden wir die sexuelle Symbolik wieder. Auch das eine Vereinigung, die Fruchtbarkeit in den Schoß von Mutter Erde bringen soll.  

Das Fest wird bei uns am 30.04. als Walpurgis gefeiert und ist der Tag, an dem die „Hexen tanzen“. Wir können es auch nutzen, um uns an all die Frauen (und Männer) zu erinnern, die kräuter- und heilkundig waren, die Natur achteten und ihre Feste im Einklang mit natürlichen Rhythmen feierten. Sie wurden über Jahrhunderte verfolgt, gefoltert und verbrannt. Wenn wir heute dieses Fest feiern, können wir es diesen Menschen widmen. Wir erinnern uns an das Unrecht und auch an die Kraft unserer Ahnen, mit der wir uns wieder verbinden können. Das Licht des alten Wissens unserer Vorfahren wird wieder heller und immer mehr Menschen erinnern sich. Indem sie diese alte Weisheit wiederbeleben und ehren, geschieht Heilung.

Wir können zu Walpurgis ein Feuer entzünden als Symbol für die lebensspendende Energie der Sonne, mit der die Erde fruchtbar wird. Und als Zeichen dafür, dass auch wir uns wieder mit der Kraft der Natur verbinden wollen.

Wie möchtest du es feiern? Was fällt dir ein, um die Vereinigung des Weiblichen mit dem Männlichen –  in dir, in deinem Leben, in der Welt – zu zelebrieren? Wie kannst du dich mit deiner Sinnlichkeit und deiner Schöpferkraft verbinden, um Fruchtbarkeit in dein Leben und Wirken zu bringen?

Lass dich dabei von der Natur inspirieren. Vielleicht mit einer Meditation, in der du die feurige Lebenskraft von Sonne und Erde in dir aufsaugst oder einem wilden Tanz der Freiheit mit Stampfen und Hüpfen. Vielleicht tanzt du mit anderen im Kreis um ein Feuer oder führst im Kerzenschein für dich selbst ein Ritual durch. Besinne dich nur darauf: deine Energie folgt deiner Aufmerksamkeit. Was ist deine Intention für dieses Beltane Fest?

In meinen Frauenkreisen greife ich immer die aktuelle Zeitqualität auf. Wenn du also gemeinsam mit anderen Frauen tiefer in diese Energien der Jahreskreisfeste eintauchen willst, bist du herzlich willkommen in unserem Kreis. Die aktuellen Termine findest du hier.

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