Eichhörnchen als Ninja und neue Erfahrungen durch Neugierde?

Heute erinnerte ich mich an eine Szene, die ich vor einigen Jahren von meiner kleinen Münchner Wohnung aus beobachtet habe. Es war an einem frühen Samstagmorgen im Frühling. Ich stand auf dem Balkon, trank meinen Kaffee und genoss die Stille der noch schlafenden Nachbarschaft und die Ruhe in dem großen Garten mit altem Baumbestand, auf den ich blickte. Kurz bevor ich zu meinem Weiterbildungskurs aufbrechen wollte, sah ich das schwarze Eichhörnchen, das in eben diesem Garten lebte. Da ich eine Vorliebe dafür habe, alles und jedem einen Namen zu geben, erkannte ich „Erwin“ sofort! Schon oft hatte ich ihn beobachtet, wie er sicher zwischen den Bäumen hin und her sprang oder Nahrung in den Büschen suchte.

Heute Morgen hing er wie ein schwarz gekleideter Ninja mit weit gespreizten Ärmchen und Beinchen an der Hausfassade gegenüber und hangelte sich langsam nach oben. „Mensch Erwin, was treibst du denn da?“ dachte ich verwundert. Selbst die Tatsache, dass er hin und wieder mit seinen Pfoten den Halt verlor und abrutsche, konnte ihn nicht abhalten, sich weiter nach oben vorzuarbeiten. Wie sich herausstellen sollte, war sein Ziel ein halb geöffnetes Fenster im 4. Stock. Auf dem Fensterbrett angekommen blickte er einige Momente neugierig in alle Richtungen hinein, um dann weiter in die Dachrinne zu klettern und flink Richtung Blumentöpfe der Nachbarsterrasse zu laufen. Ob die Bewohner des Hausen wussten, wer da morgens bei ihnen vorbeischaut und durch die Geranien springt?

Während ich später über diese Szene nachdachte, kam ich nicht umhin, den Mut der Eichhörnchen zu bewundern. Dieser Mut zeigt vor allem das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Doch der Antrieb hinter solchen Leistungen ist neben der Futtersuche sicherlich die Neugierde! Lebewesen sind einfach neugierig. Auch der Mensch gehört dazu.

Das kann man schon bei Säuglingen beobachten, die ihre Welt erkunden, indem sie Neues begutachten, lange beobachten und dann probieren wie es sich anfühlt, schmeckt und riecht. Die Neugierde ist in unser System eingebaut, sie hilft uns zu lernen und Erfahrungen zu machen.

Je älter wir dann werden, desto häufiger nehmen wir die Dinge als gegeben hin. Es wird weniger hinterfragt, und wenn, dann kritisch. Dabei ist Neugierde eine Quelle der Inspiration und Lebendigkeit. Wenn wir die ausgetretenen Wege unseres Geistes verlassen und mit neugierigem Blick auf die Welt schauen, können wir frisch sehen. Andere Sichtweisen entdecken und neue Ressourcen erschließen. Eigentlich ganz natürlich. Doch es fällt oft schwerer als gedacht, Routine und Altbekanntes hinter sich zu lassen.

Daher lade ich dich heute ein, über die Neugierde zu reflektieren. Erlaubst du dir die Freiheit, einfach etwas völlig neu zu entdecken?

Wie wäre es, wieder neugieriger durchs Leben zu gehen? Weniger „Ich kenn das schon“ und mehr „Ich frage mich, was, wie wo…“.

Erlaub dir heute einmal, neugierig zu sein und andere Wege zu beschreiten.

„Ich frage mich, wo dieser Weg im Park hinführt…“
„Ich frage mich, wie dieses exotische Obst schmeckt…“
„Ich frage mich, wie die ernste Verkäuferin reagiert, wenn ich heute extra freundlich bin und ihr einen schönen Tag wünsche…“

Neugierde ist in uns angelegt und wir können sie wieder mehr in unser Leben integrieren. Halte dazu einfach mehrmals am Tag inne. Wenn du den üblichen Weg zur Arbeit nimmst oder zu den üblichen Produkten im Supermarkt greifst. Entscheide dich bewusst dafür, mal etwas Anderes auszuprobieren und lass dich von deiner Intuition leiten. Sei offen für Überraschung, Abenteuer und Lebensfreude!

Ich frage mich, was passiert, wenn du neugierig bleibst, dich frisch und frei durch den Tag leiten lässt.

Erzähl es mir gerne in den Kommentaren, auf Social Media oder in einer Email!

Deine Sabine

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